Zu finden in der CONCERTO Ausgabe 4-10, www.concerto.at
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Zur Information: 
Das gesamte Interview mit den folgenden 3 Blues-Interpreten lesen Sie in der Ausgabe 4-10
 

blues talk FOLGE 72
Stilisten an der Gitarre Vol. XI

Eine weitere Ausgabe der Helden der Saiten und ihrer stilistischen Vielfalt
 

Geboren 1939 in Conway, Arkansas, hat Craig Horton eine nicht untypische, bluesgeographische Reise hinter sich. Seine Jugend verbrachte er auf einer Farm, danach zog es ihn in das Zentrum des elektrischen Nachkriegsblues, Chicago. Heute lebt der Gitarrist und Sänger in Oakland, Kalifornien, und dies bereits seit über vierzig Jahren. Musikalisch stand Horton bereits in den späten Fünfzigern im Rampenlicht, allerdings nicht, wie vielen Geschichtsbüchern zu entnehmen ist, als Saitenmann in der Band Little Walters. Die Zahl der Bluesgrößen, mit denen er arbeitete, ist trotzdem lang, in den Achtzigern tourte er als Leadsänger und –gitarrist etwa mit Sam Myers. Manchen ist Craig Horton auch für seinen Gitarrenpart auf Jump Jacksons 1962er-Hit „Midnight Shuffle“ ein Begriff. Durch seine weitere Übersiedlung von der Windy City an die West Coast erweiterte sich die stilistische Breite des Gitarristen Horton naturgemäß. Sein Spiel zeigt Einflüsse T-Bone Walkers ebenso wie B.B. Kings. Jazz, Blues, R&B und R’n’R, all diese Ingredienzien hat der Amerikaner in sein Spiel integriert und daraus eine eigene, tönende Sprache entwickelt. Dazu tritt ein versiertes Songwriting, das ihn ebenfalls in die erste Reihe der Bluesmen seiner Generation stellt. 

Blues aus Kanada hat sich gerade im letzten Jahrzehnt (erneut) in die Gehörgänge der Zwölftaktgemeinde gespielt. Erfreulicherweise scheint sich dabei vor allem eine junge Garde an Musikern diesem Genre in seinen vielfältigen Facetten zuzuwenden. JW-Jones ist ein nahezu idealtypischer Vertreter jener Spezies. Ein Sänger und Gitarrist, der sich nicht in die Masse von Alterskollegen einordnet, welche den Altvorderen unbedingt beweisen müssen, dass Lichtgeschwindigkeit für sie kein Fremdwort ist und Jimi Hendrix eine lahme Ente war. Auch mit 08/15-Rockblues hat JW-Jones wenig am Hut. Dafür um so mehr mit gediegenem Handwerk, beheimatet vor allem im West-Coast-Stil eines Rick Holmstrom oder Alex Schultz. Jones hat seine Plattensammlung offenbar ausgiebig studiert, scheut vor Instrumentals ebensowenig zurück wie vor Jazzeinflüssen, ohne jedoch antiquiert zu wirken. Seine Qualitäten haben sich in der Szene auch unter Kollegen rasch herum gesprochen, so standen ihm bereits Größen wie Hubert Sumlin, Charlie Musselwhite oder Kim Wilson zur Seite. 

 

Thomas Rufs RUF-Bluescaravan ist immer wieder ein Garant für die Entdeckung neuer Blues(rock)talente. So trat auch eine heute 23-jährige Sängerin und Gitarristin ins Rampenlicht, die trotz ihrer Jugend eine erstaunliche Reife an den Tag legt. Das nimmt allerdings nicht Wunder, berücksichtigt man, dass Joanne Shaw Taylor seit ihrem vierzehnten Lebensjahr im UK tourt. Mit siebzehn spielte sie an der Telecaster sogar bei D.U.P., gemeinsam mit Dave Stewart, Jimmy Cliff und Candy Dulfer. Dave Stewart hielt gar fest, er hätte nie zu wagen gehofft „a British White Girl playing blues guitar so deep and passionately it made the hairs on the back of my neck stand on end!“ Die Dame aus Birmingham geht live recht hart (aber herzlich) zu Gange, da wird der Bluesrock ausgiebig mit Feedback getränkt, immerhin hat man ja auch Jimi Hendrix als eines der Vorbilder gewählt, ebenso Stevie Ray Vaughan und ist dem Power-Trio-Format daher durchaus zugetan. Tonträgermäßig ist Taylor da schon differenzierter angelegt. Hinzu kommt, dass sie überdies ausgiebig dem Songwriting huldigt und damit heftig an ihren eigenen Footprints arbeitet.

C D - T I P P S
- Craig Horton „Touch Of The Bluesman“, BadDaddy Records
- The JW-Jones Blues Band „Bluelisted“, Cross-Cut Records
- Joanne Shaw Taylor „White Sugar“, Ruf Records

WEB-TIPPS
www.baddaddy.com/artists_horton.html
www.jw-jones.com
www.pigs-ear.biz/jst/
www.hoscherscoloursofblues.com

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