Zu finden in der CONCERTO Ausgabe 5-09, www.concerto.at
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Laut, hart und elektrisch
Gerald Gradwohl und seine Musik
 

Der Flinkfingergitarrist Gerald Gradwohl hat mit seinem aktuellen Trio, Jojo Lackner am Bass und Farid Al-Shami am Schlagzeug, wieder einmal tief in die Fusionkiste gefasst. Auf „Sally Beth Roe“, so der Titel der neuen CD, gönnen sich die Musiker so gut wie keine Ruhepause, und auch der geneigte Hörer wird, Gott sei Dank möchte man sagen, heftig gefordert. 

Bestes Jazzalbum 1998
Gerald Gradwohl ist zweifellos einer der gefragtesten Musiker in der Studio- und Live-Szene Österreichs.
Er wuchs mit Rock und Hardrock auf, öffnete sich jedoch auch für Jazz während seines Jazzgitarrenstudiums in Wien, welches er mit Auszeichnung nach nur 2 1/2 Jahren abschloss.

Nicht nur österreichische Größen der Szene(Juci, Sandra Pires, Viktor Gernot, Hallucination Company,...)  engagieren ihn für Live- oder. Studiogigs, sondern auch internationale Stars wie die mehrfach grammynominierten Vorreiter der Instrumentalmusik, Tangerine Dream, greifen gerne auf seine gitarristischen Fähigkeiten zurück.

1996 produzierte er mit seiner Band „Threeo“ eine Live CD, die während einer Europatournee aufgenommen wurde und mit Bob Berg (Miles Davis, Chick Corea, Mike Stern, etc.) einen der bedeutendsten Tenorsaxofonisten der Szene featured. Diese energiegeladene Aufnahme wurde von den Lesern des Concerto Magazins zum besten Jazzalbum 1998 gewählt. Mit dieser Formation erntete Gerald Gradwohl auch internationale Anerkennung, was sich in etlichen Festivalauftritten weltweit niederschlug.

2001 folgte dann die Formation „The Powergrade“, bei der Rock, Funk und Technobeats vereint wurden. Die CD dieser Formation wurde beim Concerto Reader´s Poll auf Platz 2 in der Kategorie „Jazz Künstler National“ gewählt. 

Unter eigenem Namen
Im darauffolgenden Jahr nimmt Gerald Gradwohl auch seine erste CD unter seinem eigenen Namen auf. Für dieses Projekt geht er in die USA und spielt mit Bob Berg, Gary Willis und Kirk Covington in Santa Fe die CD live ein. Von den Kritikern wird die CD sehr positiv aufgenommen, und zwei Tourneen der Gerald Gradwohl Group (feat. Kirk Covington) folgen 2003 /2004.
Beim Concerto „Readers Poll“ wird Gerald Gradwohl auf den 3. Platz gewählt (Kategorie „Bester Jazzkünstler national“).

Ein Zwischenspiel nicht unter seinem eigenen Namen gibt er im Jahr 2005, da tourt er mit dem Peter Natterer Quartett in Mexiko, und 2006 gibt es ein Comeback bei Tangerine Dream. Die Live DVDs „Live at Tempodrom“ und „Orange Odyssey“ entstehen mit seiner Hilfe.

Im Mai 2007 ist es dann mit seinen Gastauftritten wieder mal vorbei, seine eigene CD „Tritone Barrier“ erscheint auf ESC Records – einem renommierten europäischen Jazz/Fusion Label. Die CD wurde auf ausgiebigen Tourneen durch Österreich, Deutschland und Rumänien 2008 präsentiert und brachte das Gerald Gradwohl Trio unter anderem auch auf das legendäre „Stufstock“ Festival am Schwarzen Meer! Auf dieser CD wirkten als Gäste Scott Henderson, Kirk Covington, Hubert Tubbs und. Frank Itt mit.

Neue Wege mit „Sally Beth Roe"
Auf der neuen CD, die nach einer Figur aus dem Roman „Licht in der Finsternis“ von Frank Peretti benannt ist, spielt das Trio wieder kraftvoll, laut, schnell und hart. Das Trio erfindet die Fusionmusic nicht, aber es versteht es, dieser Musik neue Seiten abzugewinnen. „Es ist keine Konzept-CD, auch wenn der Titel es vermuten lässt“, sagt Gerald Gradwohl,“ aber ich habe eine Nummer komponiert und dann nach einem Titel dafür gesucht. Die Figur der Sally Beth Roe in dem Roman von Frank Peretti hat mich beeindruckt, ich habe gespürt, dass sie das erlebt hat, was ich in die Nummer verpackt habe. So kam es zum Titel der CD.“

Mit dieser CD beschreitet Gerald Gradwohl einen für ihn neuen Weg. All seine bisherigen Produktionen erschienen in Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Labels. Auch wenn er sich nicht wirklich beschwert, ganz zufrieden war er mit der Zusammenarbeit nie. „Zu behäbig, zu bürokratisch“ sei es zugegangen, sagt er. Sally Beth Roe hat er im Alleingang produziert, von den Aufnahmen bis zur Grafik geschah alles nach seinen Wünschen. Jetzt gibt es das neue Album zwar auch im Vertrieb von „rebeat“, was Gerald Gradwohl aber viel wichtiger ist, „rebeat“ hat auch ein Programm entwickelt, mit dem man, hat man es einmal gekauft, sein Produkt sofort in den wichtigsten Internetstores anbieten kann. „Der Nachteil ist, man muss alles selbst bezahlen, der Vorteil ist: Ich habe alles unter Kontrolle, und es ist eben an der Zeit, einen neuen Weg zu gehen.“ Artikel: Alfred Krondraf / Foto: Mädl

CD-Tipp
Gerald Gradwohl Trio „Sally Beth Roe“, Vertrieb: rebeat 

Live-Tipps
30.10. Wr.Neustadt, Backstagebar

13.11. Wels, Soundtheatre
 

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